Wir fahren südwärts ins Wadi Daw'an. Dort kommen wir durch Ortschaften mit bunt verzierten Häusern. Alle Häuser sind hier aus Lehm, nur verschieden verputzt. Stadtspaziergang in der auf steilem Fels gelegenen Bergstadt Al-Hajarain (sprich hadscharain), dann Fahrt zur anderen Seite des Wadis über Schotter und Sand und weiter den Berg hinauf. Von oben schauen wir auf den Ort der Familie des Osama bin Ladn, der aber im Lande unerwünscht ist. Im selben Ort hat sich auch der Scheich, der die Straße ausgebaut hat, mit einem Haus ein Denkmal gesetzt hat, das mit großen bunten Farbvierecken bemalt ist. Nachdem wir uns weiter den Berg hinangeschlängelt haben, folgt eine lange Fahrt auf dem Hochplateau der Tafelberge östlich des Wadis durch eine kaum besiedelte Steinwüste, die oft wie eine Mondlandschaft wirkt, doch dann sieht man wieder Grundstücksmarkierungen durch Steinmanderln oder mit Steinen gefüllte Blechtonnen. Es ist keine Vegetation erkennbar. Wechselnde Steinformationen, zwischendurch Basaltwüste. In Serpentinen geht es später abwärts. Zwischendurch essen wir in einer Raststätte, auf dem Teppich sitzend, von runden Matten unsere Mittagsmahlzeit.
Je weiter wir nach unten kommen, desto wärmer wird es. Wir nähern uns dem Indischen Ozean (Arabic Sea). Die Häuser unterwegs haben viereckige, recht kleine Fenster. In Al-Mukallah am Meer sind sie aus gebrannten Ziegeln oder Steinen gebaut. Außerhalb der Stadt sind große Flächen durch Markierungen (z. B. weiße oder schwarze Steine an den Ecken) in Grundstücke aufgeteilt. Die Häuser errichten sich die Familien nach dem Grundstückskauf selber. - Unser Hotel hat hübsche Farben im Treppenhaus. Mein Zimmer wird mit meinem Toilette-Duschraum durch einen gefliesten Vorraum verbunden. Es gibt ein Hock- und ein Sitzklo mit separater Spülung. Die Spülung des Sitzklos funktioniert, wenn ich den Deckel des Spülkastens anhebe. Ein hellblauer Torbogen führt vom Vorraum zu meinem Zimmer mit Teppichboden und Klimaanlage, Kühlschrank und Telefon (alles wie gestern in Seyun), Einzelbett und Nachttisch aus hellem Holz. Es gibt viele Haken und einen Kleiderständer (gestern zwei Schränke und ein breites Doppelbett).
Nach dem Auspacken machen wir noch einen Stadtbummel durch Al-Mukallah. Die Stadthäuser, etwa 6 Stockwerke hoch, sind weitgehend weiß, oft mit angedeuteten gotischen Spitzbögen an den Wänden über den viereckigen Fenstern. Um etwa 17 Uhr herrscht in der Stadt ein lebhaftes Treiben in der Ladenstraße, in der auch Verkaufsstände aufgebaut sind. Wir bummeln bis nach der Dämmerung auf der gepflasterten Strandpromenade und freuen uns an der Wärme und den Lichtem über dem Wasser. Abendessen in einem schlichten Restaurant an Tischen. Gabeln gibt es erst nach Anforderung, wir essen meist mit den Fingern und werfen die Abfalle auf das über die Plastikdecke gelegte Papiertischtuch. Wie schon mittags finden wir gibt es im Restaurant Wasserhähne über zwei Waschbecken, daneben eine Art Scheuerpulver zum Händewaschen vor und nach dem Essen. Die Toilette, die mir zuerst verweigert wird, erreiche ich durch eine benachbarte Werkstatt.